SVF I.171
- Stoiker
- Zenon von Kition
- Antike Quelle
- Cicero, De Natura Deorum, Book II — ND 2.57
- Quellsprache
- Latein
- Quellenstatus
- Späterer Bericht · Paraphrase durch antike Quelle
Original — Latein
Zeno igitur naturam ita definit, ut eam dicat ignem esse artificiosum ad gignendum progredientem via.StoicOs-Übersetzung
Zenon definiert die Natur also so: Er sagt, sie sei ein kunstfertiges Feuer, das methodisch zur Hervorbringung voranschreitet.
Kontext
Im zweiten Buch von De Natura Deorum lässt Cicero den Stoiker Balbus die stoische Theologie darlegen. Rund 250 Jahre nach Zenon und auf Latein berichtet Balbus Zenons Definition der Natur — als Teil des stoischen Arguments, dass der Kosmos vernünftig geordnet ist.
Quellenhinweise:Vollständiger Satz wie abgedruckt in H. von Arnim, SVF I (1903), Nr. 171, S. 44, gegen die gescannte Seite verifiziert; von Arnim fügt unter derselben Nummer die griechische Parallele Diogenes Laërtios 7.156 hinzu (πῦρ τεχνικὸν ὁδῷ βαδίζον εἰς γένεσιν).
Was die Quelle tatsächlich mitteilt
Dies ist ein späterer lateinischer Bericht über Zenons Definition, nicht sein griechischer Wortlaut; griechische Parallelen verwenden die Wendung πῦρ τεχνικόν (pyr technikon, kunstfertiges Feuer). Das Zeugnis stützt, dass Zenon die Natur mit einem intelligenten, hervorbringenden Feuer identifizierte; die genaue ursprüngliche Formulierung lässt sich aus Cicero allein nicht bestimmen.
Philosophische Bedeutung
Für Zenon ist die Natur keine passive Materie, sondern ein aktives, intelligentes Prinzip — ein Feuer, das wie ein Handwerker arbeitet und die Welt methodisch aufbaut (“via”, auf einem Weg, nach einer Methode). Dies ist der Keim der stoischen Physik: ein vernünftiger Logos, der alles durchdringt und formt.
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Über diese Edition
Die StoicOs Ancient Library ist eine wachsende mehrsprachige digitale Studienausgabe des erhaltenen frühstoischen Materials. Die von Hans von Arnim zusammengestellten Stoicorum Veterum Fragmenta bilden den traditionellen Referenzrahmen. StoicOs unterscheidet sorgfältig zwischen Fragmenten, Testimonien, späteren Berichten und Interpretation. StoicOs-Übersetzungen werden, wo verfügbar, aus den erhaltenen antikssprachigen Quellen erarbeitet.